Azoren – wo das Wetter gemacht wird

Jo diesmal im Jahre 2016 Urlaub mitten im Sommer.
Muss auch mal sein.
Da könnten wir ja fast mit Handgepäck fliegen.
Haben lange rumgeeiert welche Inseln wir besuchen wollen,
da wir nur 2 Wochen Urlaub haben. Ein bisschen Erholung
soll ja da auch noch sein.
Sao Miguel und Pico heißen die zwei Auserwählten vom
Wasser umgebenen Teile.

Sao Miguel
Azoren

So 2 Wochen vor Start sind unsere Unterlagen eingetrudelt.Scheint alles
auf Zuruf zu funktionieren. Irgendwie kommt im Alter eine gewisse Gelassenheit.
In genau 14 Tagen, wird wie gewohnt Marion ihre einzigste Problemzone auf den Kopf stellen – den Wäscheschrank.
Ich werde da eventuell im See baden gehen, damit ich das „Elend“ nicht sehe.

12.08. Das baden muss ich mir, nach den Temperatursturz der letzen Tage, abschmicken. Bring noch meine „Hütte“ auf Vordermann, denn heute Abend trudelt Marion zum Stubendurchgang ein. Da muss die Wohnung gelüftet und gesäubert sein.

14.08

Pünktlich haben wir uns vom Acker gemacht und sind ohne Zwischenfälle in Frankfurt gestrandet. Schnell das Parkhaus aufgesucht und uns zum Flughafen kutschen lassen. Wir zwei saßen im Transporter vorn und Marion direkt neben dem Driver. Der Kunde gab in den Linkskurve extra Gas, damit Marion zu ihm flog. Nee, nee nicht mit mir. Ein paar Armmuskeln habe ich ja und sie saß da wie festgefroren.

Die portugiesische Airline hatte ein relativ gutes Platzangebot. Aber ohne Story sollte es wieder nicht abgehen. Der Steward servierte Kaffee und Milchpulver – dachte ich. Das Teil geöffnet und an der ganzen Rückenlehne lief die Milch herunter. Wir wollten schon Roland Kaiser anstimmen „und es geht schon wieder los“.

Das eingeben der portugiesischen Adressen ins Navi ist nicht ganz einfach, aber irgendwie sind wir doch gelandet.

Erster spontaner Eindruck bäh. Sah von weitem aus wie Betonbunker. Irrtum die Hütten waren alle mit Kork verkleidet. Und drinnen waren wir geflasht. Eine riesen goße Hütte mit 2 Schlafzimmern und zwei Bädern. Wem sollen wir denn hier noch einladen?  Und der Hammer auf dem Zimmer liegt noch ein Tablet zur freien Benutzung. Zusammenfassend kann man sagen Volltreffer.

Von Joana der jungen Dame am Empfang noch wertvolle Tipps erhalten.

Es ist jetzt fast 24 Uhr und wir werden so langsam in unsere 4m abtauchen.

15.08

Urlaub und wieder mal nicht ausgeschlafen. Unsere Köpfe begreifen nicht, dass wir noch 3h länger in der horizontalen verbringen könnten.

Mussten heute erst mal einen Supermarkt suchen, um ein paar Dinge des täglichen Bedarfs zu ordern. Es stellte sich heraus, dass dies zum Montag gar nicht so einfach ist, da fast alle Läden geschlossen hatten. Das war fast wie Monopoly – gehe zu Los über das Rotlichtviertel (ja das gibt es hier) drehe eine Ehrenrunde in einem leeren Parkhaus und erreiche dann das Center.

Am Nachmittag an der Nordküste lang gecruist. Ein Azorenhoch ist uns nicht begegnet, dafür aber ein Azorennebel. Lässt sich nicht ändern, denn es war trotzdem schön. Für den heutigen Lacher sorgte diesmal Marion. Sie sieht Kühe und sagt määääh. Gut das so etwas nicht nur mir passiert.

Den Pool habe ich auch ausprobiert. Ist mir aber 3 Grad zu kalt. Marion bat mich noch zu erwähnen, daß sie die 534976 Hortensien, welche am Wegerand rumlungerten, fantastisch findet.

16.08.

Man liegt früh im Bett und schaut durch das große Panoramafenster nach draußen  und sieht Nebel.

Nach einer kurzen Diskussion zwischen uns (ätsch ich habe gewonnen) sind wir zu der Insel Ilhéu de Vila Franca do Campo aufgebrochen. Nach kurzem hin und her einen Parkplatz gefunden und mit einem Kutter rüber geschippert. Das Teil ist schon beeindruckend und sieht wie ein mit Wasser gefüllter Vulkankrater aus. Es gibt viele Tagesausflügler, welche da baden gehen. An der Rückseite sind an manchen Tagen die Red Bull Kilppenspringer aktiv. Auf der Rückfahrt setzte ein Regen ein. Schnell eine Kneipe gesucht und da eine Stunde ausgeharrt. Es sollte aber nicht viel besser werden. Also weiter geht es. Jetzt stand Marions Programmpunkt an. Baden in den heißen Quellen. Aber bei der Fahrt lief uns höchstens ein kalter Schauer den Rücken runter. Ich wollte Marion schon vorneweg laufen lassen, da die Sicht z.w. gleich Null war. Sie sagte noch, hier gibt es überall schöne Pflanzen, wenn man sie sehen könnte. Also muss auch dieser Programmpunkt noch einmal wiederholt werden.

Im Quartier nach einer kurzen Pause noch einen Spaziergang am Strand gemacht. Es ist ein schwarzer Sandstrand  und es herrschte ein starker Wellengang. Ich hoffe, daß ein paar Fotos geworden sind.

Azoren
Azoren

17.08.

Marion hat sich heute morgen schick gemacht und die Haare geföhnt. Auf dem Weg zum Frühstück war sie wieder ein kleiner Lockenkopf. Es nieselt zart. Um es vorneweg zu nehmen, es sollte nicht so bleiben. Die Höchsttemperatur pegelte sich bei 35 Grad und einer extremen Luftfeuchtigkeit ein. Da staunt ihr wie fit wir sind. Wir machen das alles noch ohne Sauerstoffzelt.

Unsere Fahrt ging heute an der Nord- Ostküste lang. Einfach Wahnsinn, welche extreme Landschaften wir durchfuhren.  Es waren Berge mit ca. 20% Gefälle dabei. Unser Mietwagen ein Toyota Aygo mit überdimensionierten 65 PS war es selbst im 1. Gang manchmal zuviel. Man ist froh, wenn er es über den Berg geschafft hatte.

Bei der Vegetation hat man den Eindruck das die gesamte Fläche von 746,8 Quadratkilometern der Insel ein tropisches Gewächshaus ist. Mir haben es die Farne mit einer Höhe von 3-4m angetan, welche mir mächtig imponiert haben.

Als Höhepunkt war heute der Ort Furnas geplant, welcher mit seiner vulkanischen Aktivität glänzt. Sorry wahrscheinlich sind wir von unserem letzten Urlaub in Island etwas versaut worden. Und nur weil es ein bis zwei mal zischt und etwas Dampf aufsteigt, bleibt bei uns der Aha Effekt aus.

Nach einem kurzen Boxenstopp in unserem Quartier, sind wir am Abend noch einmal losgefahren um unsere Körper in einem Naturbad in den Bergen einer Reinigung zu unterziehen. Warm ist etwas anderes, aber es war schon ein geniales Bild in einem Naturbecken mit Wasserfall zu sein. Auf dem Heimweg, hatten wir festgestellt, daß das untere Becken noch von einer Heisswasserquelle gespeist wurde. Aber es gibt schlimmeres und vielleicht machen wir da noch mal hin.

Blütenpracht auf San Miguel
Blütenpracht auf San Miguel

18.08.

Vorne hui hinten pfui. Ich meine dies wettertechnisch gesehen. Und nach hinten in den Westen wollen wir heute. Mein 2 beiniger Navigator hat unheimlich viele Programmpunkte zusammen gestellt.

Also doch erst mal nach vorn gefahren und unsere kleine Stadt besichtigt und einen kleinen Einkauf erledigt. Oben am Stadtende gab es noch einen Aussichtspunkt. Wie an jeden Ausguck sind mehrere gemauerte Grills vorhanden. Die Insulaner nutzen jede Möglichkeit für ein Picknick. Und das wird groß zelebriert. Mit Tischdecke und ganzer Familie.

Nach dem Sonne tanken sind wir in in unsere Unterkunft zurück und haben auf schönes Wetter in der anderen Richtung gewartet.

Gegen 14.00 Uhr konnten wir die Berge etwas erkennen und sind los gezogen um Marions to-do-Liste abzuarbeiten. Bin aber froh, dass sie sich so dahinter klemmt. Na wir haben eben alle unsere Aufgaben. Ich bin für den lahmarschigen Toyota Aygo zuständig und schieben ihn über die  Berge. Marion hat schon blaue Flecken am Oberschenkel, da ich den Rückwärtsgang mit etwas Gewalt rein hämmern muss und ich unwillkürlich in dieser geräumigen Luxuskarosse gegen ihre Extremitäten knalle.

In den Bergen war der Nebel noch präsent. Es war eine etwas mystische Stimmung. Und jetzt erschien aus den Nebelschwaden ein Aquadukt aus dem 16. Jahrhundert. Endlich konnte sich mein Fotoapparat mal so richtig austoben.

Ein paar Kilometer weiter war ein riesiger Park zu besichtigen. Sind die ca. 1,5 Kilometer mit dem Auto durch die Anlage gefahren und dann noch zu einem See gelaufen. Einfach gigantisch diese Vegetation und auf Grund des Nebels kommt man sich wie in einem subtropischen Nebelwald vor. Man könnte meinen, wir sehen die hängenden Gärten aus dem Film Avatar. Das schlimme ist, dass sich beim fotografieren, die blühenden Pflanzenteile immer vor die Linse drängeln.

Fünf Minuten weiter erlangten wir, den von unserer Empfangsdame  vorgeschlagenen King Viewing. Dieser königliche Blick auf den grünen und den blauen See war aber etwas getrübt.

Am Meer schien wieder die Sonne. Dort gab es noch ein Warmwasser Becken, welches mit heißem Wasser aus dem Boden gespeist wird. Das Bad selber war nichts besonderes, aber die Landschaft war gezeichnet von vulkanischen Aktivität.

19.08.

Sitze seit halb 6 auf der Terrasse und vervollständige den Blog. Etwas ungewohnt ist hier, dass die Dämmerung erst gegen 6.30 Uhr einsetzt. Das einzig wahrnehmbare sind die an das Ufer klatschenden Wellen.

Am Vormittag sind wir noch einmal in Richtung Berge gefahren, weil wir am Montag ja gar nüscht gesehen hatten. Wieder einmal wild abgebogen und in ein Tal gefahren. Unterwegs habe ich Marion aus dem Auto „werfen“ müssen, da dies auf Grund der Bodenwellen schon leicht aufsaß.  Am Ende dieser Fahrt erreichten wir nach 20 Sekunden schweißtreibenden Fußmarsches ein kleinen aber sehr schönen Wasserfall. Am schönsten war,  daß es keine weiteren Touris da gab. Nach kurzem verschnaufen ging es wieder Return und dann Richtung Berge. Fast ganz oben auf einmal Massen von Autos. Schwein gehabt und eine Lücke für unsere große Limosine gefunden. Unsere Augen erblickten in gewaltiger Kulisse den See Lago de Fogo, der mal klar erkennbar war und dann wieder zeitweise im Nebel verschwand. Bin froh, daß wir zum fotografieren keine Filme mehr kaufen müssen. Ich wäre arm geworden.

Ok, weiter geht es in die Hauptstadt Ponta Delgada, um uns noch einen botanischen Garten rein zuziehen. Am Eingang wollten die meinen Ausweis sehen – es war der Präsidenten Palast. Auf meine Frage, ob ich meine Waffen mit reinnehmen kann, kam erst ein verblüffter Blick und dann Gelächter. Warum nimmt mich niemand ernst?  Die Anlage selbst war aber der Oberhammer .  Ein uralter Baumbestand  zierte das Anwesen.  Drei Filme später sind wir unsere Unterkunft zurück.

20.08.

Die Äuglein geöffnet und Sonne satt in alle Richtungen. Warum nicht gleich so? Beim Frühstück eine Frau aus unsrrem Quartier wieder grinsend getroffen. Und was macht Marion, sie stimmt an „und das ist die, die immer lacht“. Mussten uns erst einmal alle Fünf geben.

Den Park Terra Nostra hatten wir heute im Visier. Dieser Park liegt in einem Hochtemperaturgebiet und da soll sich das größte Thermalbecken der Welt befinden. Der Park selber war riesig. Wenn man sich da die Wege wegdenkt, die Menschen ausblendet und Tiergeräusche dazu addiert, ist man im tropischen Regenwald. Im großem Thermalbecken waren kaum Menschen drin, denn der Planet brannte brutal. Im kleinen Becken dagegen, von Bäumen geschützt, saß man fast übereinander. Da wir aber in die Brühe nicht springen wollten, war uns das Wurst.

Am Nachmittag die ersten Vorbereitungen für unseren morgigen Abgang getroffen und den Abend mit einem kleinen Strandspaziergang ausklingen lassen. Hatten da noch ein paar Wahnsinnigen beim Wellenreiten zugesehen.

21.08.

Es ist jetzt 9.00 Uhr und versuche zu chillen. Geht aber ganz schlecht, da wir mittag hier raus sein müssen und Marion jetzt schon Koffer packt. Sie hat nicht realisiert das sie nur einen hat und die paar Klamotten eins drei fix da hinein gebeamt sind. Also im Klarttext – ich mache Urlaub und Marion packt ihre Tasche.

Um12.00 Uhr raus aus dem Zimmer und da wir noch knapp 4h Zeit haben, mit dem Auto noch eine Runde gedreht. Upps da sind wir doch direkt in einer Slums gelandet. Marion bekommt Panik und ich bleibe ganz ruhig in unserem Luxusschlitten. Sind dann langsam über die Insel in die Hauptstadt Ponta Delgada gefahren unser Mittagsmal auf einer Kaimauer eingenommen und dann zum Flughafen gefahren. Die Autoabgabe war ein Lacher. Die Typen sind total relaxt und machen eine sehr legere Abnahme.

Jetzt wurde es interessant. Wir als erste eingecheckt und durch die Kontrolle. Marion war mit der geschmuggelten Flasche Wasser aufgeflogen. Natürlich musste ich sie vorwurfsvoll anblicken und mit den Kopf schütteln. Nützt nichts, habe schnell noch aus der Flasche einen halben Liter reingelassen. Aber mehr ging nicht. Im Transitraum war es Temperaturmäßig kaum auszuhalten. Wir in ein Geschäft mit Damenmode und Klimaanlage. Ich mich interressiert vor den Damenschuhen aufgebaut. Musste ja so tun als ob um in den Genuss von niedrigen Temperaturen zu kommen. Da kommt doch nicht etwa die Verkäuferin auf mich zu und fragt ob sie mir helfen kann. Ich ganz frech zeige auf ein paar Damenschuhe und frage sie, ob die auch in meiner Größe zu haben sind. Der Guten klappte die Kinnlade runter.

Unser Flugzeug rollt vor – eine Q400 von Bombardier. Ich vermute mal das es sich um einen Clone der IL18 handelt. Leute hier stellt sich ein längst vergessenes Fluggefühl wieder ein. Klimaanlage ist Fehlanzeige. Temperatur innen geschätzte 27 Grad. Kinder werden unruhig und Kleinkinder schreien. Aus den Luftdüsen kommt nur ein lauwarmer Pups. Der Flieger fängt an zu beschleunigen. Die Geräusche sind brutal.  Ich dachte am Anfang hinter mir schreit der Muzin zum Abendgebet. In der Luft hat man manchmal das Gefühl, der Probeller setzt aus. Und die Landung war eine üble Geschichte. Kurz über den Boden gab es Scherwinde, welche das Flugzeug seitlich wegtrieben. Alles gut gegangen, aber nächste Woche haben wir ja den selben Weg zurück.

Bei der Amietung unseres KFZ’s gab es ernsthafte Probleme. Ich hatte irgendwie einen Namensvetter, welchem sie unsere Karre vermacht hatten. Ein langes hin und her. Sie hatten auf einmal einen Peugot für uns. Wir verließen als allerletzte das Flughafengebäude und nichts wie fort.

Unser Appartement befindet sich 30km weiter, auf der anderen Seite der Insel. Also nichts wie hin. Am Wege lag noch ein Vulkan. Man war der groß und hoch. Unsere einstimmige Meinung – die Besteigung lassen wir ausfallen. Unsere Hütte liegt in einer tollen Anlage und ist sehr geräumig. Das waren die guten Sachen. Eine viertel Stunde nach der Klimaanlage gefahndet und nichts gefunden. Da das Fenster nur ein Spalt aufgeht, steht drinnen die Luft. Haben unseren Frust, auf der Terasse, schnell mit einem gewaltigem Wiskey runtergespült. Wir hören Geräusche. Und dachten zuerst es sind Kindergeräusche. Als die Geräusche von mehreren Seiten kommen, dämmert es uns. Es sind Tiere und ihre Laute “ Aue, Aue, Auaaa, ….“ können wir nicht zuordnen.

Habe Marion schon angedeutet das ich eventuell auf der Terasse schlafe. Marion „wenn dir aber was passiert?“. Meine Antwort „ich rufe dann Aue, Aue, Auaaa“. Langeweile ist was anderes oder?

Wer sich das Geschrei mal anhören will, hier der Link http://www.andreas-stieglitz.de/Cagarro.mp3

22.08.

Um 4.00 Uhr morgens ist für mich die Nacht zu Ende. Die stickige Luft im Raum macht mich fertig. Sitze draußen auf der Terrasse und höre das selbe Geschrei der Tiere von gestern Abend wieder. Vorhin erfahren, daß es Seevögel sind, welche die Kindergeräusche fabrizieren.

Der Tag heute verlief relativ ereignislos. Habe unsere riesige  Anlage erkundet. Das riesig bezieht sich nur auf die Grundfläche. Es stehen hier nur ein paar Hütten zwischen Bäumen, Vulkangestein und Meer. Zum Pool sind es geschätzte 5 Minuten Fußmarsch. Kurz gesagt es ist ein Anlage zum verlieben.

Haben heute nur die Gegend etwas erkundet und ein paar Grundnahrungsmittel erstanden. Am Meer haben wir zwischen Weinfeldern gepicknickt. Die Weinfelder sind kleinste mit Vulkangestein umhäufte Parzellen, wo der Wein achtlos auf dem Boden rum lungert.

Den Abend haben wir mit Ulrike (haben wir im alten Quartier schon gesehen und hier wieder getroffen) mit einem Fläschel Wein ausklingen lassen.

23.08.

Der erste Tag wo wir früh sehr zeitig raus mussten. Wir wollten uns heute die fetten Wale und Delfine anschauen.

Nach einer kleinen Einweisung ging es auf ein Schlauchboot, welche das der Landungstruppen bei der Army ähnelt. So jetzt 4h Luft und sonstiges anhalten, denn eine Toilette gibt es nicht. Hatte mir im Island Urlaub vorgenommen, den Fotoapparat nicht mehr auf so eine Tour mitzunehmen. Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Also doch wieder fotografiert. Die Ablichtung dieser unberechenbaren, unsichtbaren und unruhige Tiere ist eine echte Herausforderung und in einem Kahn voller Touris eigentlich unmöglich. Haben sehr viele Delfine und Wale gesehen.

Von unserem Guide noch einen sehr guten Tipp für ein Restaurant bekommen. Was einfach mal wieder richtig leggggor war.

Nun sollten wir in einer Höhle, dem Vulkan Picco auf den Grund gehen. Gestern hatte ich mich noch telefonisch angemeldet und heute wussten die Jungs von nichts. Da sind wir eben in unserem klimatisierten Auto um den Vulkan gefahren und es war auch schön.

Unsere Innenjauloise klappern Nachts durch den Wind wie Hanne. Jetzt kam das Improvisationstalent eines Ossis durch. Habe Marion dazu verdonnert einen Kaugummi weich zu kauen und dieser wurde an den Enden der Jalousie gepappt. Das Ergebnis sind ruhige Nächte.

Delfin
Delfin

24.08.

Gegen 10.00 Uhr sind wir heute ganz gemächlich an die Ostküste kutschiert. In einem kleinen Ort ein Naturbad an der Küste entdeckt. Und hier muß ich den Portugiesen mal ein großes Lob aussprechen. Freier Eintritt, mit Sonnenliegen, Dusch- und Umkleideraum ausgestattet. Im Naturbad ist das Wasser nicht wesentlich wärmer als im Ozean, da es von ihm gespeist wird. Aber absolut geschützt durch Wellen. Mir war es zu kalt, aber Marion hat es ausprobiert und war begeistert.

Wo ist nur die kleine Straße, auf welche mich Marion locken wollte. Ziemlich spät diese endeckt und hoch ging es in die Berge. In über tausend Meter Höhe fiel die Temperatur auf 15 Grad ab. Trotzdem eine fantastische Landschaft. Also erst mal anhalten und fotografieren. Nach ein paar Bildern bemerkte ich einen angenehmen weichen Untergrund. Da hatte irgendwer einen Kuhflaten in die schöne Landschaft gesetzt. Marion hatte natürlich nichts besseres zu tun als das Flachrelief fotografisch festzuhalten. So eine Scheiße aber auch.

Weiter ging es an vielen Bullen (es sind Kühe gemeint) und Kraterseen vorbei. Mit Baden war aber nichts zu machen, denn sie waren zu weit unten oder die Rindviecher beanspruchten das Territorium. War trotzdem ein toller Tag mit sehr vielen visuellen Eindrücken.

25.06.

Nach einem spätem Frühstück, sahen wir den Vulkan Pico einmal ohne Wolken. Nun aber schnell in die Loipe mit unserem Auto, damit wir das Ding wenigstens mal ablichten können. Hat auch geklappt, bis ich bemerkte das meine Objektiv nicht ganz clean war. Marions Worte „Haben wir jetzt etwa schmutzige Bilder?“. Also wieder etwas zum abfeiern gehabt. Zum Glück kann sie mitlachen. Jetzt fehlten nur noch ein paar unbefahrene Meter auf dieser Insel. Im Osten gab es laut Reiseführer ( Marion und ihr Buch) noch eine Felsenformation im Meer, welche von einem Hundekopf (sah eher aus wie Friedrich der 1.) bewacht wird. Das Wasser schlängelt sich mit Getöse durch das Labyrint. War einfach sehr schön.

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Nachdem wir ein leckeres Essen eingenommen hatten, ging es wieder mal in einen Park. Wie gehabt durch diesen durchgefahren. Am untersten Punkt sind wir auch mal ausgestiegen um ein paar Meter zu laufen. Da geht es durch einen kleinwüchsigen Miniwald, von Steinmauern umgrenzt bis zum Meer. War sehr schön, hatten jedoch die Wanderschuhe im Auto liegen lassen. Zum Glück war es nicht zu weit.

Auch dieser letzte Tag auf Pico war wieder sehr erlebnisreich.

26.08.

Es ist Zeit von drr Insel Pico Abeschied zu nehmen. Bis mittags noch im Zimmer alle Vorbereitungen getroffen und ausgecheckt. Da wir noch viel Zeit hatten, haben wir uns in der Hotelanlage auf dem Sonnendeck oberhalb vom Meer niedergelassen. Es war einfach traumhaft entspannend, bis beim Mittagessen ein Anruf von unserem Reiseunternehmen kam. Flug wurde um drei Stunden nach hinten verschoben. Habe der Mutti vom Reisebüro mehrmals gesagt, das aber das Auto 17.00 Uhr (Fug ging ja jetzt um 22.00 Uhr) unbedingt abgegeben werden muss, das es sofort einen Nachfolger gibt. Nein, Nein das klappt schon war die Ahtwort. Eine Stunde später erneuter Anruf mit der Aussage ich hatte recht. Nun sollten wir das Auto um diese Zeit in einer anderen Stadt abgeben und da die restliche Zeit verbringen. Diese Option war wesentlich besser, denn 5 h am Airport zu verbringen ist trostlos.

Also wir uns zum Treffpunkt abgesetzt und kein ‚Schwein‘ da. Wieder telefoniert und da wurde uns mitgeteilt, dass die Autovermietung in der Nähe der Kirche ist. Mir wieder eine kleine Stadtrundfahrt hingelegt und glücklerweise hat Marion diese dann auch in einer kleinen Seitengasse entdeckt. Gepäck umgeladen, Zeitpunkt ausgemacht und dann nichts wie weg zu einer Strandmauer in der Stadt und da noch etwas relaxt.

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Nach reichlich 2h sind wir dann zu unserem Treffpunkt gepilgert. Es sollte auch fast pünktlich losgehen, aber noch 2 Mitreisende hatten sich um 20min verspätet. Es stellte sich heraus, das es nach Schweiß muchtende Deutsche waren. Hatten den Kanal voll. Die Trulla von die Autovermietung ist mit Vollgas zum Flughafen gedüst.

Nach einer weiteren Verspätung vom Flieger sind wir Mitternacht im Hotel gelandet. Schnell noch einen Absacker in der Bar nebenan getrunken und dann ins Koma verfallen.

27.08.

Dies ist nun der letzte Tag auf der Insel.

Unser Hotel liegt direkt in der Altstadt von Ponta Delgade und wäre alles Fußläufig erreichbar, wenn es nicht zu heiß wär. Machen immer nur kurze Abstecher in die City, um dann wieder auf das Zimmer zurück zukehren. Da wir die Die Klimaanlage stromtechnisch ausgetrickst haben, herrschen im Zimmer angenehme Temperaturen. Vorhin haben wir uns im Hafen noch mal gesonnt und einen Espresso getrunken.

Fazit: Unser Reiseveranstalter war Picotours. Hat eigentlich alles geklappt, außer den 2 Pannen mit Mietwagen und Abflug von Pico, was ihnen aber nicht anzulasten ist. Wer auf den Azoren mehr als 2 Inseln in 14 Tagen besuchen will, setzt sich unnötigen Streß aus und sieht nicht alles. Bin froh das Marion, dies so gewollt hatte.

Die Preise auf den Azoren liegen ca. 1/4 (außer Ponta Dekgada der Hauptstadt) unter dem von old Germany. Das beste Essen was wir hatten kostete 15€, 2 doppelte Espresso bekommt man für 2,80€ und in einer kleinen Stadt kostete eine große Portion Softeis 1€. Das Preisniveau in den Supermärkten ist ähnlich. Sao Miguel ist ein optimales Auswanderungsland für Rentner, welche die Natur geniessen wollen und auf Kultur verzichten können und nicht an Rheuma leiden.

Was wir komisch fanden ist, dass die Frauen hier in großer Anzahl und egal welchen Alters die mit Glitzer besetzten Zahnspangen tragen. Ist wahrscheinlich eine Modeerscheinung. Der Fitnesswahn hat die Inseln nicht erreicht. Wir schätzen mal das ca. 80% der Frauen stark übergewichtig sind. Und erstaunlich ist, daß auch die alten dicken Frauen noch leben.

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